„Kultur macht stark“ ab 2028 verlässlich fortführen!
Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“ ab 2028 verlässlich fortführen
Seit 2013 ermöglicht das Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“ bundesweit erfolgreiche Projekte der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche, die unter erschwerten sozialen, finanziellen oder bildungsbezogenen Bedingungen aufwachsen. Die aktuelle Förderphase endet im Jahr 2027. Zwar sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung eine Fortsetzung des Programms ab 2028 vor, eine öffentliche Zusage zur Weiterführung steht jedoch bislang aus.
Als Dachverband für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Thüringen fordern wir deshalb die nahtlose Fortführung von „Kultur macht stark“ über das Jahr 2027 hinaus sowie den Erhalt der bisherigen Fördersumme.
Eine Übersicht über die Erfolge und Wirkungen des Programms in Thüringen und bundesweit finden Sie hier.
Als fachpolitische Interessenvertretung für Kulturelle Bildung in Thüringen setzen wir uns dafür ein, kulturelle Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen und Kulturelle Bildung als festen Bestandteil allgemeiner Bildung zu stärken. Das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ leistet hierzu einen unverzichtbaren Beitrag und ist eine wichtige Investition in Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Warum „Kultur macht stark“ für Thüringen unverzichtbar ist
- Rund jedes zehnte Kind in Thüringen wächst in einer Familie auf, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Im Jahr 2025 lag der Anteil der leistungsberechtigten Kinder und Jugendlichen nach SGB II bei 10,1 Prozent.
- Allein in der zweiten Förderphase flossen rund 10 Millionen Euro in kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in Thüringen, die ohne diese Unterstützung oftmals keinen Zugang zu entsprechenden Angeboten hätten.
- Auch in der laufenden dritten Förderphase profitiert Thüringen erheblich von den Bundesmitteln, wie die Zwischenevaluation des Programms aus dem Jahr 2025 bestätigt.
Langzeitstudien zeigen seit Jahren, dass die soziale Herkunft in Deutschland den Bildungsweg junger Menschen maßgeblich beeinflusst. Bildungsungleichheiten entstehen früh und wirken sich oft auf die gesamte Bildungsbiografie aus. Genau hier setzt „Kultur macht stark“ an: Das Programm fördert kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in Risikolagen und eröffnet ihnen neue Entwicklungs- und Teilhabechancen.
Die Zwischenevaluation von 2025 belegt, dass das Programm einen wichtigen Beitrag dazu leistet, Bildungswege stärker von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Die geförderten Projekte stärken Selbstvertrauen, Kreativität und soziale Kompetenzen, fördern Neugier und Innovationsfähigkeit und wirken Bildungsabbrüchen entgegen. Sie schaffen Räume für Gemeinschaft, Teilhabe und Selbstwirksamkeit und leisten damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Prävention von sozialer Isolation und extremistischen Einflüssen.
„Kultur macht stark“ ist weit mehr als ein Freizeitprogramm. Es ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft junger Menschen und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Bundesweit wie auch in Thüringen hat das Programm tragfähige Strukturen für mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen. Als Trägerin der Thüringer Beratungsstelle für „Kultur macht stark“ übernimmt die LKJ Thüringen dabei eine zentrale Rolle. Aus mehr als zehn Jahren Beratungstätigkeit ist ein starkes Netzwerk entstanden, das Akteur*innen aus Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit miteinander verbindet und ihre Kompetenzen bündelt.
Damit die erfolgreiche Arbeit auch nach 2027 ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann, müssen die erforderlichen politischen Entscheidungen jetzt getroffen werden. Die LKJ Thüringen fordert daher die Bundestagsabgeordneten auf, sich für die dauerhafte Fortführung des Programms und den Erhalt der bisherigen Fördersumme einzusetzen. Zugleich appellieren wir an die jugend- und kulturpolitischen Sprecher*innen der Länder und des Bundes, alle verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen, um die Zukunft von „Kultur macht stark“ langfristig zu sichern.
Foto: Jannik Laue
